Outplacement 360° Informationen

Outplacement bezeichnet eine spezifische Form der Berufsberatung. Wörtlich übersetzt bedeutet der englische Begriff Auslagerung beziehungsweise Außenvermittlung. Allgemein wird Outplacement als Dienstleistung für die Berufsneuorientierung verstanden. Diese Art der Berufsberatung hat ihren Ausgangspunkt in den USA und diente nach dem 2. Weltkrieg zunächst dazu, heimkehrende Soldaten in zivile Berufe zu vermitteln. In den 1960er Jahren verfeinerten die Psychologen John Drake und Jerry Beam die Methode des Outplacements. Später entstanden in den USA zahlreiche qualifizierte Firmen, die in diesem Bereich bis heute erfolgreich tätig sind. Es dauerte bis in die 1990er Jahre, dass der Gedanke des Outplacements auch in Europa Fuß fasste und sich allmählich in den Unternehmen durchsetzte. Inzwischen können auch in Deutschland entlassene Angestellte auf der Suche nach einem neuen Arbeitsverhältnis Unterstützung durch eine Outplacementberatung erhalten. Vielfach stehen entsprechende Vereinbarungen im Sozialplan. Der Mitarbeiter erhält eine realistische Einschätzung seiner Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt. In weiteren Schritten werden Qualifizierungsmöglichkeiten ausgelotet und Bewerbungsstrategien erarbeitet. In allen Phasen des Outplacements erhält der Klient eine umfassende Beratung.

Trennung zu fairen Konditionen

Die Gründe sind vielfältig, wenn Unternehmen sich von Mitarbeitern trennen müssen. Eine schlechte Auftragslage und unausweichliche Rationalisierungsmaßnahmen können dafür ebenso ausschlaggebend sein wie eine Firmenübernahme oder die Verlagerung von Arbeitsplätzen an einen anderen Standort. Damit die Trennung für beide Seiten möglichst dem Ideal einer einvernehmlichen Trennung nahekommt, werden durch das Outplacement faire Trennungsprozesse erarbeitet. Sie stehen konträr zu den üblichen Freisetzungsstrategien, die sowohl in der Außendarstellung und in der innerbetrieblichen Wahrnehmung ein negatives Bild vermitteln. Für die verbleibenden Mitarbeiter ist der „kalte“ Rausschmiss von Kollegen in der Regel mit Demotivation verbunden. Für das Image eines Unternehmens wirken sich die herkömmlichen Vorgehensweisen ebenfalls negativ aus. Eine kompetente und umfassende Outplacementberatung bietet dagegen Lösungen an, die sowohl für die Mitarbeiter als auch für das Unternehmen von Vorteil sind.

Outplacement bei betriebsbedingten Kündigungen

Ein Arbeitnehmer, dem betriebsbedingt gekündigt werden muss, fällt die Akzeptanz leichter, wenn ihm gleichzeitig eine Perspektive geboten wird. In einer schwierigen Umbruchphase zeigt der Karrierecoach Lösungen auf, die auf den Klienten zugeschnitten sind. Er bringt seine Erfahrung und Kompetenz bei allen Fragen der Bewerbung ein. Gerade in der ersten Zeit nach der Trennung braucht der Arbeitnehmer umfassende Hilfe, die sowohl psychologische Aspekte als auch die weitere Karriereplanung beinhaltet. Aus beiden Komponenten ergibt sich für den gekündigten Mitarbeiter der Neuansatz für eine erfolgreiche Zukunft. Die Karriereberatung vermittelt nicht nur die vielen Tricks und Tipps, die bei einer Bewerbung hilfreich sind, sondern darüber hinaus alle gängigen Methoden, die bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz zur Anwendung kommen. Dieses Wissen ist die Basis, die in Verbindung mit den fundierten Marktkenntnissen des Beraters zu einer individuellen Vermarktungsstrategie führt. Wenn der Mitarbeiter die emotionalen Folgen der Trennung verarbeitet hat, erfolgt im nächsten Schritt durch intensive Gespräche eine Stabilisierung des Selbstbewusstseins. Aus der gewonnenen Durchsetzungskraft entwickelt der Karrierecoach beim Outplacement mit dem Klienten eine neue Motivation, aus der sich die Kraft für einen Neubeginn speist. Wenn Selbstbewusstsein und Motivation des Mitarbeiters wieder ausreichend gewachsen sind, setzt beim Outplacement die Phase der analytischen Beratung ein. Es gilt zu erkunden, welche Stärken und Schwächen ein Bewerber hat. Wo liegen seine besonderen Fähigkeiten? Welche Potenziale schlummern in ihm? Im konkreten Fall kann sich aus der gründlichen Analyse ergeben, dass dem Klienten am besten mit der Definition neuer Berufsziele gedient ist. Wenn die perspektivischen Möglichkeiten ausgelotet sind, werden die Bewerbungsunterlagen durchgesehen und entsprechend optimiert. Wer so gewappnet ist, kann damit beginnen, seine Selbstmarketing-Fähigkeiten durch intensives Training zu verbessern. Das schließt die Simulation von Vorstellungsgesprächen ein, die im Anschluss einer objektiven Analyse unterzogen werden. In all den genannten Situationen kann der Bewerber in spe beim Outplacement immer auf die Erfahrung und Kompetenz des Karriereberaters vertrauen. Wenn es um die Recherche bei Datenbanken und nach Kontaktpersonen geht, kann der Klient bei der Outplacementberatung ebenfalls mit der vollen logistischen Unterstützung rechnen. Wer sich während der Kündigungszeit auf das Outplacement einlässt, mindert das Risiko, danach arbeitslos zu werden.

Outplacement in der Gruppe

Outplacement ist nicht auf eine Einzelberatung beschränkt, sondern kann auch als Gruppenoutplacement durchgeführt werden. Outplacement in der Gruppe empfiehlt sich dann, wenn mehrere Mitarbeiter von der Kündigung betroffen sind. Während Einzeloutplacement für gewöhnlich bei Führungskräften angewandt wird, ist das Gruppenoutplacement den Mitarbeitern der mittleren und unteren Unternehmensebene vorbehalten. In der praktischen Durchführung bedeutet Outplacement in der Gruppe, dass die Klienten in den Räumen der Firma in Kleingruppen in mehrtägigen Workshops auf die neue Situation vorbereitet werden. Die Beratung findet nicht ausschließlich in der Gruppe statt. Für jeden Teilnehmer ist ein Kontingent an Stunden für eine Einzelberatung vorgesehen. Bei diesem Einzelcoaching wird gezielt auf die individuellen Fragen des Mitarbeiters eingegangen. Eine weitere Möglichkeit des Gruppenoutplacement besteht in der Gründung sogenannter Auffanggesellschaften, deren Aufgabe es ist, die gekündigten Angestellten so lange zu betreuen, bis sie wieder eine Beschäftigung gefunden haben. Zwischen dem Einzelcoaching und der Gruppenberatung bestehen keine Unterschiede in der Zielsetzung. Lediglich in der Intensität der Betreuung ergeben sich zwischen den beiden Formen des Outplacements Abweichungen. Erfolgreiches Gruppenoutplacement setzt eine homogene Gruppe voraus, deren Vermittlungschancen und die Suchstrategien in etwa auf einer Ebene liegen. Wie beim Einzeltraining werden auch in der Gruppe unter anderem die Fähigkeiten der einzelnen Gruppenmitglieder ermittelt. Bewerbungs- und Kommunikationstraining zählen ebenso zur Aufgabenstellung wie eine Nachbetreuung im Falle einer Neuanstellung. Grundsätzlich nimmt jede Beratung einen anderen Verlauf, da sich die Klienten in ihren individuellen Voraussetzungen voneinander unterscheiden. Dessen ungeachtet gibt es beim Outplacement Phasen, die vom Trennungsgespräch über Jobsuche und Vorstellungsgespräch bis zur Entscheidung für einen neuen Arbeitsplatz ähnlich ablaufen. Wenn eine Entscheidung ansteht, gibt der Outplacementberater dem Mitarbeiter wichtige Entscheidungshilfen, die sich nach zuvor festgelegten Zielen richten. Nach der Entscheidungsfindung wird der Klient auf anstehende Vertragsverhandlungen und auf seine neue Aufgabe vorbereitet.

Eine Dienstleistung zum Vorteil aller

Outplacement ist eine Dienstleistung, von der sowohl Unternehmen als auch Mitarbeiter profitieren. Unumgängliche Trennungen werden auf diese Weise abgefedert. Langjährige Angestellte erfahren auf diese Weise in einer für sie persönlich sehr schwierigen Situation die Wertschätzung seitens des Unternehmens. Im Idealfall findet die Beratung zu der Zeit statt, während der Mitarbeiter noch in der Firma beschäftigt ist. Bei einem optimalen Verlauf endet das Outplacement mit der Unterschrift eines Arbeitsvertrags bei einem anderen Unternehmen. Die Betreuung kann auch noch während der Probezeit beim neuen Arbeitgeber fortgesetzt werden. Für den Arbeitnehmer bedeutet Outplacement, dass sich seine Chancen erhöhen, noch während der Kündigungszeit eine neue Anstellung zu finden. Daher sollte eine Outplacementberatung Teil einer Kündigungsvereinbarung sein. Aus der Sicht des Unternehmens ergeben sich aus dem Outplacement ebenfalls zahlreiche Vorteile. So können durch die Outplacementberatung zum Beispiel arbeitsrechtliche Auseinandersetzungen vermieden werden. Der kompetente Berater fokussiert das Kernproblem, nämlich die drohende Arbeitslosigkeit, und verschafft dem Mitarbeiter eine berufliche Perspektive. Dadurch werden in vielen Fällen langwierige Rechtsstreitigkeiten vermieden. Die Kosten, die durch die Konfliktvermeidung gespart werden, können im Unternehmen effektiver eingesetzt werden. Neben der konfliktfreien Gestaltung der Trennung erreicht Outplacement, dass das Ansehen des Unternehmens keinen Schaden nimmt. Outplacement bedeutet auch, dass sich notwendige Veränderungen im Personalbereich schneller umsetzen lassen. Gleichzeitig wird die Produktivität gar nicht oder nur geringfügig beeinträchtigt. Kündigungen einzelner Mitarbeiter können die verbliebenen Mitarbeiter demotivieren und zu einer Leistungseinschränkung führen. Outplacement vermittelt den Angestellten das Gefühl, dass dem Unternehmen das Schicksal der betriebsbedingt gekündigten Mitarbeiter nicht gleichgültig ist. Eine professionelle Unterstützung zahlt sich demnach für Arbeitnehmer und Arbeitgeber aus. Durch die fachliche Beratung werden die freigesetzten Angestellten in eine aussichtsreiche Position auf dem Arbeitsmarkt gebracht.